Gestern Abend sind wir durch den Lemaire-Kanal gefahren. Eine wunderschöne, sehr enge Passage, die häufiger mal durch Eisberge blockiert wird.
Um halb neun Abends gibt es immer eine Vorschau auf den kommenden Tag. Für heute war viel Wind vorhergesagt, und so ist es tatsächlich. Da muss Mann sich schon dick anziehen, wenn man an Deck will und wenn man die Handschuhe auszieht um zu fotografieren, fallen einem schnell die Finger ab.
Wir fahren zur Zeit mit langsamer Fahrt durch den Neumayer-Kanal. Ziel ist die Dorian-Bucht auf der Wiencke-Insel. Jetzt gerade sind wir bei Port Lockroy, in der Hochsaison das südlichste Postamt der Welt. Rundum sehen wir dick mit Schnee bedeckte Landschaft, aus der nur teilweise steile dunkle Bergspitzen ragen. Dazu Eisberge mit ihrer unendlichen Formenvielfalt, die in verschiedensten Blautönen leuchten. Wunderbar anzusehen, gegen den weißen Himmel leider etwas schwer zu fotografieren.
Wenn der Wind wie vorhergesagt abnimmt können die Aktivitäten für den Tag starten. Wir haben heute das Science-Boot auf dem Programm. Da fährt man mit einem Zodiac raus und macht verschiedene Messungen für wissenschaftliche Projekte. Unter anderem wird Plankton gesammelt (für das Fjord-Phyto Projekt) und die Sichttiefe im Wasser gemessen, mit der Secchi-Disk.
Update 12:30: Das Schiff ist auf Position, aber der Wind hat später als erwartet nachgelassen, so dass das ganze Programm sich um eine Stunde verschiebt.
Heute morgen gab es einen Vortrag über Schnee-Algen. Diese haben bei den Klimaveränderungen einen sich selbst verstärkenden Effekt. Durch die Schnee-Algen wird die Reflektion der Oberfläche verringert. Dadurch wird der Boden wärmer, es taut mehr und die Schnee-Algen wachsen noch besser.
Der Trip mit dem Science-Boot war ungemütlich, denn es gab immer wieder Schneeschauer. Mit dem Landgang am Damoy-Point sind wird heute spät dran. Hoffentlich kommen wir rechtzeitig zum Abendessen zurück.
Update 22:00 Uhr: Der Landgang führte uns diesmal über schneebedecktes Gelände an einer Pinguinkolonie entlang. Damoy Point war früher der Punkt, wo Schiffe Leute abgesetzt haben, die von dort mit Flugzeugen weiter zu den Forschungsstationen transportiert wurden. Die orange Hütte diente als Warteraum, wenn die Flugzeuge wegen der Wetterlage mal einige Tage nicht fliegen konnten. Der Landgang endete für mich (Peter) mir einem (sehr kurzen) Bad im arktischen Wasser, Temperatur ca. 1° Celsius! Brrrr, dagegen ist ein Bad in 17° kaltem Ostseewasser schon ein Warmbadetag.




















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