Gerade gut gefrühstückt (auch Ilka ist nach einem guten Schlaf wieder mit Appetit dabei) starten wir in den zweiten Seetag. Der halbe Weg zur Antarktischen Halbinsel ist geschafft. Unsere Position ist 61°08‘ Süd und 65°22‘ West und damit sind wir offiziell im Antarktischen Gebiet.

Heute stehen zwei Termine an, die mit dem strengen Schutz der Antarktis zu tun haben. Gemäß dem Antarktis Vertrag von 1959 ist die Antarktis zwischen 60 und 90 Grad südlicher Breite ausschließlich friedlicher Nutzung vorbehalten. Militärische Übungen und Abbau von Bodenschätzen ist hier untersagt. Zu dem Vertragswerk gehören verschiedene Protokolle zum Schutz von Flora und Fauna sowie der Umwelt.

1991 wurde die IAATO gegründet mit dem Ziel, einen Tourismus im Sinne der Verträge sicherzustellen. Der Grundsatz der IAATO lautet: „Leave nothing but Footsteps, take nothing but memories and Fotos“. Dafür gibt es sehr strikte Regeln. Für die Landgänge benutzen wir kein eigenes Schuhwerk. Jeder hier an Bord bekommt Stiefel geliehen, die vor und nach jedem Landgang desinfiziert werden. Um das Einschleppen von fremden Arten zu verhindern werden alle Kleidungsstücke, die als äußerste Schicht getragen wird, abgesaugt, z.B. Jacken, Hosen, Handschuhe, Mütze.

Wegen der hochansteckenden Vogelgrippe ist es außerdem derzeit nicht erlaubt, sich an Land irgendwo hinzusetzen oder den Rucksack abzustellen.

Außer den Terminen zum Abholen der Stiefel und Absaugen der Kleidung gibt es heute wieder verschiedene Vorträge, z.B. zu Citizen Science Projekten, dazu später mehr. 

Jetzt wollen wir erst mal an Deck und schauen, ob es da außer Nebel etwas zu  sehen gibt.

Der Nebel hat sich gelichtet und man konnte den Horizont sehen. Es flogen einige Vögel vorbei, z.B. Riesen-Sturmvögel und junge Graukopf-Albatrosse. Einmal kurz gab es Aufregung, weil jemand meinte, etwas im Wasser gesehen zu haben, aber das war wohl ein Fehlalarm.

Update 20:00 Uhr: Wir nähern uns der Antarktischen Halbinsel und sollten demnächst auch mal Eisschollen auf dem Wasser sehen. Kein Problem, denn unser Schiff hat Eisklasse 6. Morgen wird es dann spannend. Wir erreichen am vormittag Pleneau Island und haben nachmittags die erste Bootstour und den ersten Landgang, wenn denn das Wetter mitspielt.

Da es heute noch nicht allzu viel Natur zu sehen gab, hier auch einige Bilder vom Inneren des Schiffes.


2 Antworten zu „13. März: Seetag 2, Nebel“

  1. Gundula Schmidt-Braasch

    Könnt ihr auch stundenlang übers Wasser schauen? Ich finde die Flugakrobatik, die der Sturmvogel und die der Albatrosse so faszinierend, habe immer versucht, diese zu fotografieren und per Video festzuhalten. Wahnsinnig faszinierend ist das. Und die Weite und Grenzenlosigkeit und Einsamkeit dieses Meeres zusammen mit den Eisbergen und der Tierwelt ist soooo großartig….

  2. Jens Arnold

    Wir hoffen sehr für Euch, dass das Wetter mitspielt und Ihr sehr viele schöne Landgänge machen könnt.
    LG Drus und Jens

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