Gestern konnte ich mich nicht in die Blog-Seite einloggen, so dass der Beitrag über gestern erst heute kommt. Das Netzwerk hier ist sehr langsam, so dass ich erstmal nur Texte poste und die Bilder später hochlade.

Jeden Tag gibt es neue Höhepunkte. Wir waren Sonntag beim Neko Harbour und hatten freundliches Wetter mit wenig Wind.

Am Vormittag gab es ein gutes Beispiel, wie die Nahrungskette funktioniert. Wir saßen in einem Vortrag über Robben, als die Meldung kam, dass ein Seeleopard einen Pinguin jagt. Wir gingen dann alle nach draußen und konnten sehen, wie der Seeleopard den Pinguin fraß.

Nach dem Mittagessen war wieder ein Landgang angesagt (diesmal ohne Baden :-). Die Besonderheit war diesmal, dass wir erstmals das Antarktische Festland betreten haben, nachdem wir die letzten Tage auf Inseln waren. Wir mussten ein ganzes Stück über Schnee hochstapfen, an einer Pinguinkolonie lang, und hatten dann einen tollen Blick auf einen gewaltigen Gletscher. Überhaupt ist das hier mit den Gletschern toll. Hier unten sieht man, egal wohin man schaut, Abbruchkanten von Gletscher, die in allen möglichen Blautönen leuchten. Regelmäßig hört man ein Grollen, wenn wieder etwas abgebrochen ist und ins Wasser fällt.

Die Landgänge sind eine logistische Meisterleistung des Bord-Teams. Zunächst fährt jemand vom Expedition-Team vor, um zu schauen ob es irgendwelche Anzeichen von Vogelgrippe gibt (was eine Anlandung verhindern würde) und ob die Anlandung sicher möglich ist. Dann wird Material an Land gebracht, z.B. Wanderstöcke. Wenn es auf dem Wasser viel Treibeis gibt wird sogar, wie hier in Neko Harbour, Nahrung und Zelte für zwei Tage an Land gebracht, falls nicht alle wieder zurück auf das Schiff kommen. Es gilt immer: Sicherheit geht vor. Wenn dann alles vorbereitet ist, können die Gäste an Land gebracht werden, immer 10-12 pro Zodiac und so getaktet, dass nie mehr als 100 Personen gleichzeitig an Land sind. Dafür sind wir alle in Gruppen eingeteilt (wir gehören zu den Weddell Seals, die nacheinander aufgerufen werden. Wenn dann alle an Land waren muss an Land aufgeräumt und alles wieder an Bord gebracht werden.

Am späten Nachmittag war dann eine Kajaktour angesagt. Am Anfang sah es so aus, als ob die Aktivität abgebrochen wird. Wir sollten auf dem Wasser in die Kajaks umsteigen und fuhren mit einem Zodiac raus, das die Kanus hinter sich her zog. Als wir anfangen wollten, in die Kajaks umzusteigen, schob sich das Treibeis zusammen und die Kajaks waren plötzlich im Eis eingeschlossen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Kajaks befreit waren. Als wir dann im Kajaks saßen und einige Meter gepaddelt waren, tauchte plötzlich keine 10 Meter von uns entfernt ein ziemlich großer Buckelwal auf. Wenn man in einem niedrigen Kajak sitzt ist das noch viel eindrucksvoller als von Deck des Schiffes.


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